Dritte Arbeitswoche – „Summer Stars Reading Challenge“

Diese Woche (und damit fast eine Woche vor Beginn der irischen Sommerferien) startete offiziell überall in den irischen Bibliotheken das Leseprogramm Summer Stars Reading Challenge. Die Teilnahme ist vollkommen kostenlos und richtet sich v.a. an Kinder von 6-12 Jahren (obwohl auch jüngere und ältere mitmachen können).

Das Leseprogramm hat v.a. zwei Ziele:

  1. Kinder zum Lesen zu animieren (offensichtlich).
    Nach der Anmeldung bekommt jedes Kind ein Starterpack, bestehend aus mehreren Ausmahlbildern, kleinen Rätseln und einer Lesekarte, auf der die gelesenen Bücher eingetragen werden können. Wenn ein Kind zwei Bücher gelesen hat, bringt es die Karte in die Bibliothek und erhält zwei Stempel und einen Preis- der Preis nach zwei Büchern ist ein Bleistift, nach vier ein Armband und nach sechs ein Rucksack. Am Ende der Summer Stars Reading Challenge kann sich jeder Teilnehmer eine Urkunde abholen, solange er mindestens ein Buch gelesen hat.
  2. Neue Nutzer zu generieren und sie mit der Bibliothek vertraut zu machen.
    Dafür muss jedes Kind, um an dem Programm teilnehmen zu können, vorher seinen eigenen Bibliotheksausweis haben. Dabei reicht Papas oder Mamas Ausweis nicht aus. Außerdem kann sich ein Teilnehmer nicht alle drei Preise auf einmal abholen, indem er sechs Bücher abgibt. Es gilt: Immer nur zwei auf einmal, damit das Kind wieder und wieder in die Bibliothek kommen muss.
    Erstere Methode funktioniert in den meisten Fällen erstaunlich gut, da die Anmeldung sehr einfach ist. Voraussetzungen sind ein Ausweis mit Lichtbild und ein Wohnsitznachweis der Eltern (beides steht in Irland auf dem Führerschein) und manchmal nicht mal das, wenn die Eltern bereits einen Bibliotheksausweis besitzen.

Das Leseprogramm ist erstaunlich beliebt und die Gründe dafür sind sicherlich nicht hauptsächlich die Preise (obwohl diese natürlich auch eine untergeordnete Rolle spielen). Ein Grund ist Tradition: Das Programm existiert schon seit Jahren und Leute nehmen Jahr für Jahr daran teil. Ein zweiter Grund heißt Werbung: Vor Beginn der Reading Challenge geht ein Bibliothekar in die verschiedensten Schulklassen und demonstriert, dass Bibliotheken nicht nur aus den langweiligen Büchern bestehen, die sie in der Schule lesen müssen. Hinzu kommen natürlich noch Flyer und Facebook-Beiträge. Grund Nummer Drei: Irische Familien sind im Durchschnitt größer als in Deutschland. Auch wenn es nicht mehr Gang und Gebe ist, neun Geschwisterkinder zu haben, kommt es trotzdem häufig vor, dass 2-4 Kinder auf einmal angemeldet werden.

Letztes Jahr haben über 300 Kinder an dem Leseprogramm teilgenommen und dieses Jahr versucht die Bibliothek nochmal 100 Kinder mehr zur Teilnahme zu bewegen. Das hört sich vielleicht nicht nach viel an, bis man bedengt, das Gorey gerade mal 9000 Einwohner hat und die Bibliothek wortwörtlich aus nur einem Raum besteht.

Hinterlasse einen Kommentar