Siebte Arbeitswoche – Veranstaltungen

Normalerweise sind Veranstaltungen in Gorey Library rar gesät. Kommt der Sommer (und v.a. die Sommerferien) gibt es einen wahren Ansturm an Events. Hauptzielgruppe: Kinder.

Ob das nun der Klassiker „Autorenlesung“ ist oder eine künstlerische Veranstaltung wie Papageientaucher (engl. Puffin) malen. (Übrigens gibt es eine nordirische Kindersendung namens „Puffin Rock“, die sich auch im Rest von Irland einer großen Beliebtheit erfreut). Auch Hundetreffen oder sogar Hip-Hop-Kurse werden angeboten.

Das oberste Ziel der Bibliothek ist es jedoch nicht, die Leute zu bespaßen, sondern neue Nutzer an Land zu ziehen. Das funktioniert erstaunlich gut in Kombination mit „Summer Stars“: Viele Kinder oder ihre Eltern sehen vor oder nach der Veranstaltung die Poster und die sternenbehangene Pinnwand. Und da man eh schon vor Ort ist, kann man sich genauso gut auch dafür anmelden. Kostet schließlich nichts. Die Eltern freuen sich, weil die Kinder zum Lesen animiert werden, die Kinder, weil sie Preise abstauben können und die Bibliotheksmitarbeiter, weil sie neue Nutzer in der Statistik verzeichnen können. Win-Win-Win-Situation.

Damit so viele Menschen wie möglich etwas von den Veranstaltungen haben (um also so viele potentielle neue Nutzer wie möglich heranzuschaffen), darf seit diesem Jahr an höchstens einer Veranstaltung teilgenommen werden. Damit soll sichergestellt werden, dass sich nicht immer die gleichen Leute für die Veranstaltungen anmelden (manche versuchen, bereits einen Monat vorher alle Veranstaltungen für ihre Familie zu reservieren). Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass die angemeldeten Nutzer gar nicht erst zur Veranstaltung erscheinen. Falls Nutzer trotzdem an mehreren Veranstaltungen teilnehmen möchten, werden sie auf eine Warteliste gesetzt. Springt ein bereits für die Veranstaltung angemeldeter Nutzer ab, wird der nächste Name auf der Warteliste informiert.

Ganz ohne Gegenwind konnte diese neue Regelung leider nicht umgesetzt werden. Beispielsweise meinte eine Mutter, ihre Kinder hätten ein besonderes Anrecht an den Veranstaltungen teilzunehmen, da sie zu Hause unterrichtet werden (was das eine mit dem anderen zu tun hat, versteh ich bis heute nicht). Kinder in Irland sind zwar ab 6 Jahren bis zum Alter von 16 Jahren schulpflichtig, aber da die irische Verfassung Eltern als die primären Pädagogen im Leben der Kinder sieht, darf der Unterricht auch zu Hause stattfinden.

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