Letzte Arbeitswoche – Abschied

Bevor ich nach Irland kam, schienen 8 Wochen wie eine ewig lange Zeit. Als ich mein Praktikum antrat merkte ich mal wieder, wie relativ Zeit sein kann. Kaum war ich da, schienen die Stunden, Tage, Wochen nur an mir vorbeizurasen. Bis ich in der letzten Woche ankam.

An meinem vorletzten Tag gab mir Eilish (eine Studentin, die in ihren Semesterferien in Gorey Library arbeitet und mit der ich mich in den letzten Wochen auch ganz gut verstanden hatte) als Abschiedsgeschenk einen Malteser-Kuchen – Die Wochen vorher hatte sie zufällig mitbekommen, dass ich noch nie Malteser gegessen hatte und mir von da an regelmäßig die zur Hälfte mit Luft gefüllten Schokoladenkugeln mitgebracht. Der Kuchen war wie Kalter Hund aufgebaut, bloß dass statt Keksen Malteser verwendet worden waren. Hat es denn auch geschmeckt? Sagen wir mal so: Ich habe mehr davon gegessen, als eigentlich in meinen Magen hätte passen sollen.

An meinem letzten Tag war der Tisch im Lagerraum mit lauter Kleinigkeiten übersät: Süßigkeiten, einen Schlüsselanhänger in Form eines Kleeblatts, ein Buch über irischen Humor und eine süße Karte, in der jeder Mitarbeiter etwas Nettes hineingeschrieben hatte. Ich meinerseits hatte ein paar Süßigkeiten aus Deutschland mitgebracht und eine selbstgebastelte Karte, die ich allen Mitarbeitern gewidmet hatte.

Später kam Lauren nochmal vorbei (ihr Praktikum war leider zwei Wochen zuvor zu Ende gegangen). Hätte Lauren mich nicht an die Hand genommen und mir am Wochenende Gorey, Wexford, Ferns und letztendlich Dublin gezeigt, ich hätte nur halb so viel von den Städten gesehen (wenn überhaupt). Außerdem ist es schön, jemanden aus der Gegend zu haben, der dir seine liebsten Ecken zeigt und der dir hilft, die einzelnen Ausflüge zu planen (auf Kosten der eigenen freien Tage). Dafür bin ich sehr dankbar. Wir tauschten kleine Geschenke aus und verabschiedeten uns voneinander.

Ich bin allen Bibliotheksmitarbeitern unglaublich dankbar – dafür, dass sie mich so willkommen geheißen haben, mir sehr geduldig alle Arbeitsprozesse gezeigt haben (auch noch ein zweites oder drittes Mal…), mich durch den unverständlichen Dschungel der irischen Sprache gelotst und vor Telefongesprächen gerettet haben (Menschen am Telefon zu verstehen war teilweise unmöglich für mich…), mir einen Bibliotheksausweis ausgestellt haben, womit ich in der Zeit Bücher überall aus Irland lesen konnte und dafür, dass sie allgemein immer freundlich, hilfsbereit und sehr, sehr geduldig mit mir waren.

Es war eine tolle Erfahrung und ich bin ein wenig traurig, dass es nun bereits zu Ende ist…

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