Während in deutschen Bibliotheken die Fernleihe einigen Einschränkungen unterliegt (Kosten für den Nutzer; hauptsächlich Bücher, die der Forschung und Lehre dienen; Bücher werden nach dem Regionalprinzip verschickt etc.), gestaltet sie sich für den irischen Bibliotheksnutzer etwas einfacher. Das hat hauptsächlich zwei Gründe:
- Die Fernleihe ist (so wie vieles andere in irischen Bibliotheken) für den Nutzer vollkommen kostenlos.
- Die Anfrage wird an ALLE irischen Bibliothek verschickt, die das Buch in ihrem System und nicht ausgeliehen haben. Aus diesem Grund wird jeden Morgen die sog. „Holds List“ ausgedruckt und die Suche beginnt. Hat man die meisten Bücher auf der Liste gefunden (es ist so gut wie unmögliche, alle zu finden), werden sie im System ausgebucht und ein Bon wird ausgedruckt, auf dem der Name der jeweiligen Bibliothek steht.
Da jedoch teilweise mehrere Bibliotheken nach dem gleichen Buch suchen und manchmal schneller waren als du, kann auch mal gar nichts passieren. Das System erkennt, welche Bibliothek schneller war und stoppt die Anfrage.
Ein Nachteil: Das System überprüft nicht, ob die Bibliothek das Buch bereits besitzt. Gut für den Nutzer, der einen Harry Potter Teil bestellt, weil alle Teile bereits ausgeliehen sind. Schlecht für die Bibliotheken und den Finanzhaushalt, wenn ein Buch bestellt wird, das bereits im Regal steht.
Besonders witzig wird es dann, wenn man ein Buch auf der Holds List findet und es sofort ins Abholregal stellen kann, da es von einem Nutzer der eigenen Bibliothek bestellt wurde.